Projekt: KIT Jugend-Event in Plauen

KIT Jugend-Event in Plauen
Ein Bericht von Sven Reinhardt, der sagt:
"Es wirkte wie Jugend zeichnet Erwachsene aus"

Weg von der Selbstbezogenheit - hin zur Selbstlosigkeit, zum Vorbild

Ich wurde durch zwei oder drei KIT-Partner darauf angesprochen, warum ich nicht über die KIT-Veranstaltung „Sächsischer Auftakt“ berichtet habe, die am 18.10.2008 in Plauen stattfand. Nun will ich dieser Bitte wegen der Wertschätzung der beteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen nachkommen. Zunächst mal ein Rückblick...

Die KIT-Veranstaltung am 18.10.2008 in Plauen, zu der alle, und nicht nur Sachsen, eingeladen waren, war ein KIT-Event, das diese Bezeichnung verdient. Denn die Akteure waren ausschließlich Jugendliche. Und die ausgezeichneten Erwachsenen waren welche, die wirklich nachhaltige Projekte mit Jugendlichen auf die Beine gestellt haben. Man könnte fast sagen, dass Jugendliche in einem KIT-Event Erwachsene für Ihre Leistungen ausgezeichnet haben.

Engagierte Jugendliche an diesem Abend

Diese Zeilen können nicht annähernd die Professionalität der 15- bis 26-Jährigen wiedergeben, die nur die Anwesenden erleben durften. Meine Hochachtung gilt den KIT-Jugendpreis-Empfängern Alexander, Elisabeth, André, Anne, Josephine und Keti vom Jugendkabarett der Leipziger Pfeffermühle (alle zwischen 18 und 21). „Professionalität“ deshalb, weil man sich vorstellen kann, wie man sich fühlt, wenn man in einem Saal auftritt, der mit Gästen nicht voll gefüllt werden konnte. Mit den Worten „das macht doch nichts, denen die da sind, wird es gefallen“ haben diese Jungen uns Alten gezeigt, was Engagement bedeutet. Es ist ihnen gelungen, die an dem Abend spürbare Bedrückung der vielen Absagen in den Hintergrund rücken zu lassen.

Und es gab eine nette Überraschung: Denn die angehende Künstlerin, Nicole (19), war sichtlich erstaunt, dass sie ihre für den Abend hergestellte Preis-Statue für den KIT-Medienpreis 2008 an ihren eigenen Vater überreichen durfte.

Der Abend wurde von dem jungen Kamerateam Raphael (25) und Daniela (26) in Film und Ton festgehalten. Und die beiden haben sich ehrenamtlich für diesen Abend engagiert und ebenfalls in professioneller Weise den nicht voll gefüllten Raum nicht leer wirken zu lassen. Die Bilder beim Abendessen, nach dem Programm, wurden von der jungen Katja (15) geknipst. Eine spontane Entscheidung übrigens, denn die eher zurückhaltende Katja hat sich vom Mut des Kabaretts anstecken lassen ― so soll es sein! Unterstützt wurde sie dabei vom jungen Kameramann Raphael, der die noch fehlenden Teile einer professionellen Fotoausrüstung und seine Erfahrungen liebevoll einbrachte, um die Personen bei den ungünstigen Lichtverhältnissen ins rechte Licht zu rücken.

KIT-Jugendpreis 2008Es war toll, die Freude der jungen Kabarettisten über ihren (seit über drei Jahren) ersten Preis zu erleben. Die Jungen sind mit den Alten ins Gespräch gekommen. Beziehungen wurden hergestellt und zum Teil als Freundschaften vertieft. Und es wurden Zusammenarbeiten vereinbart, die auch schon im Prozess der Umsetzung sind.

Ich will mich an dieser Stelle offiziell bei den beiden Sponsoren bedanken, die die finanzielle Wunde des Abends etwas lindern halfen. Vielen Dank dafür an Gerhild Sacher (Sacher & Co. GmbH, Annaberg-Buchholz) und an Sebastian Richter (Freier Unternehmer, Bad Lobenstein). Ein großer Dank auch an Bodo Geßwein (Das Unternehmer Forum, Dresden), der spontan entschieden hat, den KIT-Jugendpreis in Sachsen jährlich mit einer Geldprämie und einem Artikel im Journal seines Unternehmens zu unterstützen. Mein Dank gilt auch Robert Jäger (Institut Lebenspuls Dresden), der sich während der Vorbereitung zur Veranstaltung herzlich engagiert hat. Nicht zuletzt geht mein Dank an alle, die der KIT-Einladung nach Plauen gefolgt sind. Wir waren eine bunt gemischte Gruppe von Interessierten aus der Schweiz, aus Bayern, aus Thüringen, aus Nordrhein-Westfalen und natürlich aus Sachsen ― und wir tragen dieses Treffen als wertvolle Erfahrung in unseren Gedanken.

Jedoch sorgt mich nach wie vor der Umstand, dass die engagierten Jugendlichen live erleben mussten, wie die sonst offen und werbewirksam bekennenden Jugendförderer durch Abwesenheit glänzten ― ein leider bleibender Eindruck nicht nur für die Jugend.

Ich will die Worte von Prof. Dr. Biedenkopf (ehem. sächs. Ministerpräsident) hier einfließen lassen, die er in einem persönlichen Brief an mich richtete: 
„Wichtig für die Zukunft und Ihren Erfolg ist es, dass es Ihnen gelingt, Jüngere zu bewegen, sich an dem zu beteiligen, was Sie zu Recht für wichtig halten.“

Das ist uns, Jung und Alt, in Plauen sehr gut gelungen. Und sicher haben sich die Jungen an dem Abend gefragt, ob das mit der Beteiligung nicht doch eher auf die Erwachsenen zutrifft.

Ein Bericht von
KIT-Partner Sven Reinhardt